Projekt im Rahmen der Richtlinie des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung von Netzwerken, Kooperationen und regionalen Wertschöpfungsketten (Teil C und D)  vom 14.08.2024

Laufzeit

01.04.2026  bis 31.12.2028

Inhalt

Die Färberdistel, Saflor, ist eine in Deutschland (D) weitgehend unbekannte, flächenmäßig kaum angebaute, aber historisch in einigen Regionen früher genutzte Kulturpflanzenart.

Saflor ist an Trockenheit und Sommerhitze angepasst, im Keimstadium kältetolerant und bietet sich daher besonders für sandige, sommertrockene Standorte an. Brandenburg (BB) verfügt über eine ganze Menge davon.

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Genutzt und verwertet wird Saflor v.a. im mediterranen und außereuropäischen Raum (Indien, China, Mexiko, USA u.a.), gewonnen wird insbesondere das hochwertige Distelöl sowie die zur Rot- bzw. Gelbfärbung verwendeten Blütenblätter. Heimischer Bedarf und Absatz von Distelöl wird aktuell v.a. durch Rohstoffimporte (Saflorsaat) sowie meist raffiniertem Speiseöl gedeckt.

In BB sind aus diversen Projektförderungen sowie im Rahmen des Einzelbetriebsaufbaus integrierte Ölmühlen (meist auf Schneckenpressgrundlage) entstanden die zur Verbesserung der betrieblichen Wertschöpfung meist in Form von Direktvermarktung des gewonnenen nativen Öls eingesetzt werden. Diese Betriebe bieten sich als Partner zur Neueinführung des Safloranbaus an. Der gut entwickelte Bio-Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in Berlin/BB bietet sich zur Weiterführung ebenfalls als Partner für eine Produktneueinführung an (Distelöl wird zwar in D produziert, als Rohstoff aber fast ausschließlich importiert).

Aktuell sind in Deutschland 3 Zuchtsorten von Saflor zugelassen, im EU-Sortenverzeichnis (CPVO) sind weitere 6 eingetragen. (Durch die Uni Hohenheim wurde 2007 ein Sichtungsforschungsprojekt zu Saflor mit mehrortigem Anbau in Deutschland, darunter Wilmersdorf/Uckermark durchgeführt. Ebenso sind Forschungsarbeiten und Anbautests aus Thüringen (TLL) bekannt. Daraus lässt sich bereits eine Anbauwürdigkeit und wertvolle Hinweise zu Erträgen, Qualität und Bestandsführung ableiten.

Aktuell bemühen sich in Deutschland nur die Uni Hohenheim (Landessaatzuchtanstalt, Projekt Cartbreed) und zwei Züchter um diese Pflanze. Verbessertes, geeignetes Saatgut ist verfügbar, aber nicht praxiserprobt. Aus den früheren Arbeiten sind aussichtsreiche Basisherkünfte aus Genbanksammlungen und Testkreuzungen bekannt. Für alle Herkünfte fehlen entsprechende Versuche zu Anbau und Verarbeitung für den nordostdeutschen Raum.

Eine Neueinführung des Safloranbaus ist ein Beispiel für Bioökonomie in der Landnutzung sowie für kulturpflanzenbasierte Klimaanpassung.

Vorsichtig geschätzt kann das Potential allein für eine Direktvermarktung mehrere Hundert Hektar betragen, im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) konkurriert Distelöl mit anderen hochwertigen, meist importierten Speiseölen (Olivenöl, Lein- und Rapsöle, u.a.) bei besonderer Qualität. Erwähnung finden soll auch die technische Eignung des Öls zur Weiterverarbeitung im Kosmetik- und Medizinbereich, sowie die Möglichkeit als Speisefärbemittel über die Blütennutzung.

Technologisch stellt die Saflor-Kultur keine besonderen Anforderungen. Die notwendige Technik entspricht den Vorgaben einer Körnerdruschkultur incl. nachfolgender Reinigung und Aufbereitung. Presskuchen kann in der Fütterung hochwertig Verwendung finden.

Zielsetzung

Etablierung einer neuen Ölfruchtart für direktvermarktende Betriebe in der Fruchtfolge in landwirtschaftlich üblichem Anbauumfang

Markteinführung eines hochwertigen regionalerzeugten Speiseöls unter einzelbetrieblicher Verantwortung mit wissenschaftlich-fachlicher Begleitung

Angebot zur Anbauausweitung und Vermarktung in Zusammenhang mit dem Lebensmitteleinzelhandel und einem vergrößerten Flächenanbau.                       
 

Ansprechpartner

Vorstand:                    Rudi Vögel

Projektleitung:            Volkmar Ritter

Projektmitarbeiter:    Silas Zimmermann

E-Mail Adresse

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