Wir streben eine überbetrieblich koordinierte Erhaltung ausgewählter Land- und Zuchtsorten an. Jedoch sind Verfügbarkeit und wirtschaftliche Nutzung dieser Sorten nur bei modern üblicher Anbaugröße möglich. Deshalb ist eine Zusammenarbeit mit nachgelagerten Betrieben zur Weiterverarbeitung erforderlich.

Sichtung von Sorten, regelmäßige Selektion soweit erforderlich, Sortenbeschreibungen, Qualitätsbeurteilung und fachliche Beratung ist Aufgabe des VERN. Eine Rolle dabei spielt vor allem der zentrale Schaugarten in Greiffenberg in Verbindung mit Aufbereitung und Reinigung. In Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Forschungsstation der HNEE im nahegelegenen Wilmersdorf erfolgen Bonituren, die Erzeugung von Basissaatgut und die Durchführung von Anbauversuchen.

Nachhaltig nur zusammen

Erst mit Müllern, Bäckern, Mälzern und Brauern gemeinsam ist eine nachhaltige Nutzung alter Getreidesorten möglich. Aber auch Tierhaltung und Futterbau spielen eine wichtige Rolle bei der Sortenerhaltung. Das Akteursnetzwerk ist auch offen für jeden phantasievollen Gebrauch, von Langstroh zur Dachdeckung und für Bienenkörbe bis zu künstlerisch-gestaltender Verwendung.

Partner

HNEE (Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde)

Gemeinsam mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und dem Bioland-Betrieb Gut Wilmersdorf werden auf der Lehr- und Forschungsstation (LFS) in Wilmersdorf Exakt- und Praxisversuche, Demonstrationsvorhaben zur Anbauverfahrensentwicklung sowie Sortenvermehrungen vom VERN e.V. durchgeführt. Die LFS dient der angewandten Lehre und Forschung, dem Wissenstransfer sowie gemeinsamen Forschungsvorhaben. (z.B. Hirse-Projekt)

Kontaktdaten
Tel:
Fax:
Mail:

VERN e.V. (Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg )

Kontaktdaten
VERN e.V.
Burgstr. 20
16278 Angermünde OT Greiffenberg
Tel: +49 33334 70232
Fax: 
Mail: info@vern.de

Julius Kühn-Institut

Kontaktdaten
Julius Kühn-Institut
Rudolf-Schick-Platz 3a
18190 Sanitz OT Groß Lüsewitz
Tel: +49 38209 45 207
Fax: +49 38209 45 222
Mail: bernd.hackauf@julius-kuehn.de


Grafik: Ablaufschema der Sortenerhaltung und Bereitstellung zwischen VERN und Landwirten

Erläuterung zur Grafik Ablaufschema

Die drei Schritte zur Sortenerhaltung

Im ersten Schritt recherchiert der VERN, welche Sorten, die in der Genbank lagern zur Rekultivierung interessant sind und beschafft Kleinproben aus der Genbank. Diese werden soweit vermehrt, dass ein Sichtungsanbau in Kleinparzellen von 1 -3 m² Größe durchgeführt werden kann. Im Sichtungsanbau werden Daten erhoben und entschieden, welche Kandidaten weiter geprüft werden sollen.

Im zweiten Schritt erfolgen Feldprüfungen in Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsbetrieben und zum Teil auch in Kooperation mit Landesversuchsanstalten. Diese Feldprüfungen liefern weitere Bonituren und Ergebnisse zur Anbaueignung, zum Ertrag und zu Qualitätseigenschaften der jeweiligen Sorten.

Im dritten Schritt führen Landwirte eine dezentrale Weitererhaltung der gut geeigneten Sorten durch auf Feldschlägen, die größer als 0,5 ha sind. Zur weiteren Bewertung der Sorten dienen die Praxisberichte der Landwirte und Berichte von Bäckern über die Verarbeitung der Produkte. Die dezentrale Weitererhaltung wird begleitet durch Feldbesuche der zuständigen Landesbehörde (LELF).

Der Ablauf der Wiedereinführung von Sorten und ihrer Erhaltung ist ein dynamischer Prozess. So können immer wieder neue Genbankmuster zur Sichtung kommen. Aber es kann auch Material aus Feldprüfungen selektiert werden und einem Sichtungsanbau unterzogen werden. Ebenso können Sorten aus der dezentralen Weitervermehrung in weitere Feldprüfungen einfließen.


Übersicht: Landwirtschaftliche Mitglieder des VERN in Deutschland, Stand 2016

Verzeichnis der Akteure