Fächergerste | Reis- oder Pfauengerste | 6-zeilige Gerste | Rotgerste 4-zeilige Gerste | 2-zeilige Gerste | 2-zeilige Himmelsgerste | Löffelgerste | 4-zeilige Gerste | 2-zeilige Gerste | 2-zeilige Himmelsgerste | Löffelgerste

Gerste als eine der ältesten Getreidearten wurde vor 6000 Jahren bereits in Asien angebaut. Die unterschiedlichen Formen differenzieren in nackt und bespelzt, mehrzeilige und zweizeilige Varietäten, die dicht- oder lockerährig, begrannt oder unbegrannt sein können. Auch Kornfarbe und Spelzenlänge wie –form können sehr unterschiedlich sein.

Von über 130 bekannten Varietäten werden im modernen Anbau nur mehr wenige verwendet. Überwiegend zwei- wie mehrzeilige Sommer- und Winterformen als meist Futter- und Braugerste. Untergeordnet finden noch unbespelzte Formen als Speisegersten Verwendung. Insgesamt hat sich die Formen- und Sortenvielfalt bei Gerste stark verringert. Ehemals dominierende Gruppen wie Imperialgersten sind vollständig verschwunden. Änderung des Ernährungsverhaltens (Rückgang des Brei- und Suppenkonsums, der häufig auf der Verarbeitung von Gerste – Graupen, Rollgerste – beruhte, hat neben den intensivierten Anbaumethoden dazu beigetragen.

Aus Gerste wurde ein dickflüssiges Bier mit geringem Alkoholgehalt gebraut, das im 19. Jahrhundert noch eines der Grundnahrungsmittel der ländlichen Bevölkerung darstellte. Außerdem konnte sie an das Vieh verfüttert werden.

Es existieren viele verschiedene, zum Teil recht dekorative Gerstensorten, die sich in der Anzahl der Kornreihen pro Ähre (zwei- bis mehrzeilige Sorten) und dem Vorhandensein von Spelzen oder Grannen unterscheiden (z.B. Nacktgerste). Wie der Hafer ist die Gerste zum Backen nicht geeignet, bringt aber hohe Erträge. Sie wird daher gern als Futtergetreide eingesetzt. Außerdem eignet sie sich zum Bierbrauen. Hierzu existieren spezielle Braugerstensorten, nämlich Sommergersten mit weniger als 11 Prozent Eiweiß. 100 kg dieser Braugersten werden zu 85 kg Malz verarbeitet, aus denen wiederum 400 bis 500 Liter Bier gebraut werden können.

Fächergerste

Schmuck ist die Pfauen- oder Fächergerste, deren Grannen wie ein Pfauenschweif von der Körnerspindel abstehen. Chevalier- oder Imperialgersten sind Namen für ähnliche Sorten. Die Pfauengerste keimt früher als andere Sorten, ist wenig krankheitsanfällig und verträgt feuchtes und trockenes Wetter gleich gut. Die abstehenden Grannen schützen vor Sperlingsfraß. Man erntete mehr Stroh und mehr Körner als bei der gemeinen Art, und zum Malzen war sie vorzüglich. Zum Verhängnis wurde ihr jedoch, dass sie etwas weniger ertragreich ist als die gewöhnliche Gerste und sich auch das Korn weniger leicht aus der Ähre dreschen lässt.

Gerste, Sortenübersicht

SG = Sommergetreide WG = Wintergetreide

Amsel (syn. Heines Amsel) SG; zweizeilige Spelzgerste (Braugerste), Züchtung von 1953
Berkners Schlesische Wintergerste WG; vielzeilige Spelzgerste, sehr frosthart und spätsaatverträglich, sehr ertragreich und wenig rostanfällig, bedingt standfest; ca. 0,8m hoch
Bernburger Mehltauresistente SG; ertragreiche, wüchsige zweizeilige Spelzgerste, langstrohig
Chevalier-Gerste SG; zweizeilige Chevallierform, lange Ähre, hängend
Dr. Francks Grannenabwerfende Imperialgerste SG, alte zweizeilige Gerste, aufrechte (erectum) Form, bis ins 20. Jahrhundert noch weitverbreitet, teilweise als Braugerste den „nickenden“ (nutans) Formen vorgezogen; Zuchtsorte eines südwestdeutschen Züchters, um 1930, mit sehr langen, parallel angeordneten Grannen die in der Abreife spontan abfallen, mittelhochwüchsig, sehr standfest und wenig pilzanfällig
Hohenfinower SG; vierzeilige, langährige und langbegrannte Spelzgerste, aus dem Zuchtgut v. Bethmann-Hollweg, 1928 als DLG-Sorte genannt
Janetzkis Rotbart WG; alte Sorte aus Schlesien, vielzeilig, als DLG-Sorte bereits 1923 genannt
Kapuzengerste SG; vielzeilige Gerste mit verkümmerten, „kapuzenartigen“ Grannen; kurzhalmig, mehltauanfällig
Korinna SG; alte DDR-Zuchtsorte, zweizeilige Sommerspelzgerste, ertragreich und robust
Kredlers Oberpfälzer Landgerste SG; mittellanger, mittelstarker Halm mit kurzer, dichter, gut besetzter Ähre, die nur wenig in Reife nickt. Grannen stark anliegend, eines der beiden untersten Körner trägt lediglich Grannen-Spitze. Mittelgroßes, bauchiges Korn mit feingekräuselter Spelze. Tausendkorngewicht 51g. 
Nackte Sechszeilige SG; kurzhalmige (0,7m), starr aufrechte, sechszeilig-dichtährige Nacktgerste
Rimpaus Nackte SG; Nacktgerste, vermutlich alte Zuchtform
Schwarze Wintergerste WG; vielzeilige Spelzgerste, schwarzkörnig, gelbgrannig, wenigertragreich, sehr frühreif, ca. 0,6m hoch
Sechszeilige(syn. Engelens Sechszeilige) WG, dichtährige (sechszeilig) kurzhalmige Wintergerste
Tiroler Pfauengerste SG, zweizeilige sog. „Pfauengerste“, spitz zulaufende Ähre mit abgespreizten, langen Grannen; nacktes dunkles Korn, früher viel geschätzt als Graupen, Rollgerste. Etwas mehltauanfällig, sehr formschön, mittelhoch (0,7 m) und standfest

Anbauhinweise

Hinweise zum Backen

Literatur

Links