Wer alte Sorten in größerem Maßstab anbauen will, hat zunächst einmal einige Schwierigkeiten zu überwinden. Zwar findet man sie noch in den Genbanken oder bei Vereinen wie dem VERN e.V. Doch in der Regel erhält man von den meisten Sorten nicht mehr als eine Handvoll Saatgut, das zuerst einmal über einige Jahre weitervermehrt werden muss, bevor man es auf das Feld bringen kann. Der VERN gibt im Regelfall 30 bis 50 Gramm Samen einer Erhaltungssorte ab. Das reicht für eine Fläche von etwa drei bis fünf Quadratmetern – da lohnt es sich kaum, den Backofen anzuheizen. Doch zum Verbacken sind die wertvollen Körner zu diesem Zeitpunkt auch noch viel zu schade. Richtig interessant wird es erst, wenn die alten Sorten in größerem Umfang wieder auf dem Feld stehen und Bäckereien sie wieder nutzen: Landwirte, die die alten Getreidesorten anbauen wollen, sind daher gern gesehen. Sie können den Vorteil für sich nutzen, dass diese häufig toleranter gegenüber schlechteren Böden sowie Witterungsextremen sind und gute Qualitäten mit besonderen Inhaltsstoffen aufweisen gegenüber den modernen Zuchtsorten. Es gibt in Brandenburg sogar finanzielle Unterstützung für den Anbau ausgewählter Erhaltungssorten. Diese wird im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Raumordnung *(MLUR)) gewährt. Züchter und Landwirte, die mit neuen Sorten experimentieren wollen, erhalten nach Absprache auch größere Mengen vom VERN, sofern sie vorrätig sind. Mehrjährig erprobt und in feldüblichen Mengen lieferbar sind bereits der Norddeutsche Champagnerroggen, der Fahnenhafer und Ostpreußischer Dickkopfweizen. Für kleinere Backversuche stehen so ungewöhnliche Sorten wie Ostpreußscher Eppweizen, Märkischer Landweizen, Banater Winterweizen oder Rivetts Grannenweizen zur Verfügung.

Weizen, Hafer Gerste sind Selbstbefruchter und können eng nebeneinander gesät werden.

Roggenpflanzen dagegen werden durch den Wind bestäubt: Wer verschiedene Roggensorten sortenrein halten will, muss sie daher weit entfernt voneinander säen. Wintergetreide wie Winterroggen oder Winterweizen werden ab September gesät, weil sie den Frost benötigen, um zu keimen. Die Aussaat erfolgt je nach Lage und Art von Oktober bis Dezember (Weizen), von September bis Oktober (Roggen) bzw. September bis November (Gerste) bei Aussaatmengen von 10 bis 15 g/m².

Sommergetreide wie Hafer, Mais oder Sommergerste kommen dagegen erst ab März aufs Feld (Aussaatmengen: etwa 15 g/m²), um dann wie das Wintergetreide ab Juli geerntet zu werden.

Hinweise zum Backen

Literatur

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